1. Monarchieforum 2008

Berichte und Bilder vom 1. Monarchieforum

1. Monarchieforum in Laufen an der Salzach Am letzten Septemberwochenende fand in der oberbayerischen Stadt Laufen das "1. Monarchieforum" statt. Die Zeitschrift „Corona“ berichtet in ihrer aktuellen Ausgabe über dieses denkwürdige Ereignis wie folgt: „Am 26. September hielt Professor Karl Freiherr von Aretin den eröffnenden Vortrag über die Restaurationsbemühungen in Bayern nach 1918. Dabei war vor allem dem auswärtigen Publikum wenig bewußt, daß kurz vor und während der Machtübernahme der Nationalsozialisten in Deutschland die Einführung einer bayerischen Monarchie kurz vor der Verwirklichung stand, um eine gemäßigt-konservative Alternative zu Hitler zu schaffen und diesen so zu verhindern. Professor Aretin stellte freilich auch klar, daß die Erfolgsaussichten einer regionalen Antwort auf ein nationales Problem nur sehr gering gewesen wären. Auch nach dem 2. Weltkrieg gab es noch Restaurationsbemühungen, diese wurden jedoch trotz der Haltung, die bayerische Monarchisten und Kronprinz Rupprecht gegenüber dem Nationalsozialismus eingenommen hatten, von der amerikanischen Militärregierung unterbunden. Immerhin war es bis zum Tod des bayerischen Kronprinzen 1955 üblich, daß der gerade gewählte bayerische Ministerpräsident einen Antrittsbesuch bei diesem leider nie gekrönten Monarchen machte. Über ein weiteres, auf Bayern zentriertes Thema dozierte am nächsten Tag Professor Reinhard Heydenreuter, bei dem durchaus Sympathien für die Monarchie zu erkennen waren, mit der Rechtsstellung des bayerischen Adels nach 1918. En passant bemerkte Heydenreuter, nicht nur ein promovierter Historiker sondern auch Jurist und als solcher ehemaliger Lehrbeauftragter für Verfassungsgeschichte an der Universität Augsburg, daß das in den Verfassungen der deutschen Länder zementierte Republikprinzip nach seiner Auffassung in einem zunehmend geeinten Europa, welches zu einem großen Teil aus demokratischen Monarchien besteht, keinen Bestand mehr haben wird. Es müsse nur einmal jemand seine Bedenken vor die Europäischen Gerichtshöfe bringen und vielleicht sehen wir dieses Prinzip bald fallen. Weitere Vorträge folgten über die Bedeutung von tradierten Werten im 21. Jahrhundert - im Anschluß daran diskutierten die Teilnehmer darüber, ob von Werteverfall oder Wertewandel gesprochen werden sollte - und über die Gründe der Auflösung Preußens 1947. Neben den Vorträgen rundeten eine kleine Ausstellung rund um die bayerische Monarchie sowie verschiedene Gedenken das Programm ab. Dabei wurde im Sinne des Vortrages von Professor Aretin ein Gedenkgottesdienst für die christlichen Widerständler gegen den Nationalsozialismus, namentlich für die Jesuitenpatres Delp und Mayer abgehalten. Hierfür war aus Salzburg Weihbischof Professor Laun angereist. Bereits vorher wurden auch Kränze am örtlichen Soldatendenkmal niedergelegt. Interessant war neben dem Tagungsprogramm auch der Umgang der Stadt Laufen und ihrer circa 6.600 Einwohner mit den Monarchisten. Von offizieller Seite bekam die Veranstaltung viel Zuspruch: Der Bürgermeister eröffnete das Forum und war sichtlich zufrieden, daß mit dem Vortragsprogramm einmal wissenschaftliches Format in die Stadt kam. Auch die Kirchengemeinde Laufens freute sich darüber, daß durch die Monarchisten zum ersten Mal nach langer Zeit wieder einmal ein Weihbischof einen Gottesdienst in der Stadt abhielt. Schließlich zählte auch das Gedenken an die gefallenen Soldaten mit der Präsenz von Stadträten und Reserveoffizieren. Die Begeisterung der Offiziellen ist aber nicht auf die einheimische Bevölkerung übergesprungen. Im Gegensatz zu den von auswärts Angereisten besuchten Ortsansässige die Vorträge nur sehr vereinzelt. Als täten sie etwas Verbotenes huschten öfter mit verstohlenem Blick Laufener am Empfang vorbei, die die Ausstellung rund um die bayerische Monarchie besichtigen wollten. Dies kann einerseits auf eine gewisse Wahlkampfagitation von SPD und Linkspartei im Ort gegen uns zurückgeführt werden - seit dem vergangenen Sonntag wissen wir, daß ihnen das nicht das geringste genutzt hat. Teilweise hat dies aber leider auch mit dem in der Bevölkerung offenbar weit verbreiteten, von der Politik durchaus gewollten Mißverständnis zu tun, es sei nicht gestattet, das Republikprinzip oder andere Prinzipien der Bundesrepublik zu hinterfragen. Hier werden die Monarchisten in Zukunft noch viel Aufklärungsarbeit zu leisten haben, denn, um es mit Albert Einstein zu sagen: >Die reinste Form des Wahnsinn ist es, alles beim Alten zu lassen und gleichzeitig zu hoffen, daß sich etwas ändert.< Auf dem Forum funktionierte noch nicht alles perfekt: Eine Veranstaltung sollte künftig nicht in einen Landeswahlkampf fallen, auch bei mancher Ausgabe hätte gespart werden können. Den Veranstaltern ist es dennoch gelungen, eine seriöse und qualitativ hochwertige Veranstaltung zu organisieren, die einen gelungenen Auftakt einer neuen Dimension monarchistischer Arbeit in Deutschland darstellt. Das ist auch bitter nötig.“
Auch der Bismarckbund war vertreten. Der stellvertretende Vorsitzende, Herr Günter G.A. Marklein, hielt im Rahmen des Tagungsprogrammes einen Vortrag zum Thema: "Die Auflösung Preußens vor 60 Jahren; Ursachen und Folgen". Am Ehrenmal für die Gefallenen der Kriege 1866, 1870/71 und 1914-1918 legte Herr Marklein einen Kranz des Bismarckbundes und Bismarckordens im Namen des Schirmherrn, S.D. Fürst Ferdinand von Bismarck und aller Mitglieder nieder.

Der 1. Vorsitzende der Kaisertreuen Jugend, Jens Schwarze, hält die Gedenkansprache.


Der 1. Bürgermeister der Stadt Laufen hält die Begrüßungsansprache.





Nach oben 
Seite Drucken 
Mitgliedschaft
Hier können Sie die Mitgliedschaft im BaM beantragen.
Corona
Der kostenlose Infobrief informiert Sie regelmäßig über aktuelle Themen und Entwicklungen mit monarchischem Bezug.
Hier können Sie die Corona abonnieren.
Seite weiterempfehlen
Hier können Sie diese Seite an Interessenten weiterempfehlen.
Zu Favoriten hinzufügen
Seitenindex